Trinkst du noch Milch oder bist du schon Laktoseintolerant?

Kuh

Der Titel dieses Beitrages ist bewusst provokant gehalten. Laktoseintoleranz wird uns im Großen und Ganzen als Krankheit verkauft. Dabei ist sie das in den wenigsten Fällen. Meistens ist eine Laktoseintoleranz gänzlich normal und von der Natur so vorgesehen.

Laktose und Laktase

Laktose ist ein in der Milch von Säugetieren – auch in der menschlichen Muttermilch – enthaltener Zweifachzucker, der sogenannte Milchzucker. Dieser besteht aus Glukose (Traubenzucker) und Galaktose (Schleimzucker). Damit Laktose von unserem Organismus verstoffwechselt werden kann, muss diese in ihre beiden genannten Bestandteile aufgespalten werden. An dieser Stelle kommt das Verdauungsenzym Laktase ins Spiel und übernimmt diese Aufgabe. Ist Laktase nicht vorhanden, kann die Laktose nicht verstoffwechselt werden und landet im Dickdarm. Hier ist sie eigentlich fehl am Platz und wird vergoren. Als negative Beiprodukte entstehen üble Symptome wie Blähungen, Durchfall, Erbrechen, etc.

Zusammengefasst liegt der Grund einer Laktoseintoleranz somit an einem Laktasemangel.

Wie kommt es zu einem Laktasemangel?

Natürlicher Laktasemangel: Jede Muttermilch enthält Laktose. Damit Babys, Kälber, Folen, etc. die Milch ihrer Mutter verdauen können, benötigen sie Laktase. Da reguläre Nahrung – früher oder später – die Muttermilch als Nahrungsquelle ablöst, stellt der Organismus die Laktaseproduktion im Laufe der ersten Lebensjahre ein. Laktase wird schlichtweg nicht mehr benötigt. Dieser Vorgang ist von der Natur so vorgesehen. Sprich, alles normal!

Erworbener oder vorübergehender Laktasemangel: Diese Form des Laktasemangels kann durch verschiedene Ursachen hervorgerufen werden. Hierzu zählen zum Beispiel Erkrankungen des Verdauungssystems, Alkoholmissbrauch oder Chemotherapien. Diese Form des Laktasemangels ist eigentlich nur relevant, wenn du ein Kleinkind bist und noch gestillt wirst. Da die Natur nicht davon ausgeht, dass du danach noch Milch konsumieren wirst, erübrigt sich dieser Punkt für alle anderen.

Angeborener Laktasemangel: Hierbei handelt es sich um einen seltenen Gendefekt. Ein Neugeborenes kann von Geburt an kaum bzw. gar keine Laktase bilden. Dies ist insofern tragisch, da Muttermilch nicht vertragen wird.

Ist Laktoseintoleranz eine Krankheit?

75 – 80 % der Weltbevölkerung sind laktoseintolerant. Das sind 3 von 4 Menschen. Bei dieser Menge von einer Krankheit zu sprechen erscheint wenig sinnvoll. Nur in wenigen Regionen der Erde besteht eine Toleranz. Wie kommt es dazu, dass Laktose von jedem vierten Menschen vertragen wird und vom Rest nicht?

Weltweite Verteilung der Laktoseintoleranz in den rezenten Bevölkerungen
Bild: www.nahrungsmittel-intoleranz.com

Man geht davon aus, dass sich der Mensch seit rund 12.000 Jahren systematisch von der Milch anderer Arten ernährt. Der Mensch ist übrigens das einzige Säugetier, welches nach der Säuglingsphase weiterhin Milch konsumiert. Er ist weiters auch das einzige Säugetier, welches Milch einer anderen Spezies konsumiert. Irgendwie komisch, oder? Wir hören auf Menschenmilch zu trinken bzw. finden dies als Erwachsene sogar abstoßend, aber es wird als vollkommen normal empfunden zum Beispiel Kuhmilch zu trinken. Beides ist ein Drüsensekret eines Säugetieres. Aber gut, ich schweife ab.

Der Mensch wurde sesshaft und die Nutztierhaltung hielt Einzug. In diesem Rahmen dürfte der Mensch fremde Milch als Nahrungsmittel entdeckt haben. Da diese sehr nahrhaft ist, ermöglichte sie auch das Überleben unter raueren klimatischen Bedingungen. An diesem Punkt kommt die Evolution ins Spiel. Der menschliche Organismus hat sich im Laufe der Jahre an die neuen Herausforderungen angepasst und die Laktaseproduktion aufrecht erhalten. Verständlicherweise konnte er dies nur in jenen Teilen der Erde machen, in welchen die Menschen Milch konsumierten.

Was tun bei Laktoseintoleranz?

Abschließend gibt es meinen persönlichen Tipp zur Behandlung einer Laktoseintoleranz. Hör auf Milch und Milchprodukte zu konsumieren und steig auf pflanzliche Alternativen um! Es ist höchstwahrscheinlich normal, dass du keine Laktose verträgst. Du bist kein Baby mehr! Zudem kannst du dir, den Tieren und der Umwelt etwas Gutes tun.

Wie geht es weiter?

Dieser Beitrag beschränkt sich lediglich auf das Thema Laktoseintoleranz und streift nur die Spitze des Eisbergs. Das Thema Milch und Milchprodukte ist aber weit größer und wichtiger. In weiterer Folge werde ich auch die anderen Schattenseiten der Milchwirtschaft und des Milchkonsums in eigenen Beiträgen bearbeiten. Du kannst deine Neugier nicht mehr bremsen und willst jetzt schon wissen, warum Milch kritisch gesehen werden muss? Ich lade dich herzlich ein, schon selbst ein wenig tiefer zu bohren. Unter dem Schlagwort „Milchlüge“ wirst du fündig.

Achtung: Laktoseintoleranz ist keine Kuhmilchallergie!

Um Verwechslungen vorzubeugen weise ich darauf hin, dass eine Laktoseintoleranz und eine Kuhmilchallergie zwei gänzlich verschiedene Dinge sind. Wie wir gelernt haben, besteht bei der Laktoseintoleranz eine Unverträglichkeit gegenüber dem Milchzucker Laktose. Entgegen dem ist eine Kuhmilchallergie eine Reaktion auf das in der Kuhmilch enthaltene Eiweiß.

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