Was schmierst du dir denn auf dein Brot?

Mit dieser Frage konfrontierte mich ein Bekannter, während wir uns über pflanzliche Ernährung unterhielten. Seines Zeichens Allesesser, konnte er sich nicht so recht vorstellen, was sich ein Veganer auf sein Brot schmiert. Butter, Leberpastete, Eieraufstrich, Liptauer, Thunfischaufstrich, Nutella und so weiter. Irgendwie basieren alle gängigen Brotaufstriche auf Milch, Ei bzw. Fleisch oder beinhalten zumindest Teile davon.

Butter

Butterbrot, nackert, mit Marmelade oder mit Wurst, ist vom Frühstücks- bzw. Jausentisch nicht wegzudenken. Da Butter bekanntlich aus Milch hergestellt wird, fällt sie für Veganer flach. Brot nur mit Marmelade geht natürlich auch, ist halt Geschmacksache.

Als Alternative zu Butter fällt einem schnell Margarine ein. Diese besteht schließlich zur Gänze aus pflanzlichen Inhaltsstoffen. Würde man meinen. Leider ist dem nicht so.

Je nach Marke und Sorte werden häufig tierische Inhaltsstoffe verwendet. Manches Produkt kann nicht einmal als vegetarisch bezeichnet werden. Viele Hersteller kennzeichnen ihre Produkte inzwischen mit dem V-Label. Ansonsten hilft es nur, die Zutatenliste sorgfältig zu studieren.

Seit ich mich pflanzlich ernähre, habe ich eine Liebe – beinahe schon Sucht – zu Nussmus entwickelt. Aus amerikanischen Filmen und TV-Serien kennen wir Erdnussbutter-Sandwich. Getoppt mit Marmelade ergibt das eine kleine, schweinische Köstlichkeit.

Gesundheitsbewusst greifst du, anstelle von Nussbutter, lieber zu Nussmus. Dieses enthält, neben der jeweiligen Nusssorte, keine weiteren Zusatzstoffe. Statt der Marmelade kann auch geschnittenes Obst verwendet werden.

Übrigens, das türkische Gegenstück zu Erdnussbutter und Marmelade besteht aus Tahin und Pekmez. Tahin, eine Paste aus feingemahlenen Sesamkörnern, wird mit Pekmez (Traubendicksaft) verrührt und dann aufs Brot gestrichen. Was soll ich sagen? Herrlich!

Marmelade, Konfitüre, Gelee und Fruchtaufstrich

Eben sprachen wir über die verschiedensten Brote mit Marmelade oben drauf. Deshalb nehmen wir uns die Kategorie Fruchtaufstrich gleich als nächstes vor.

Es gibt Unmengen Aufstriche aus Früchten, welche auch Veganer glücklich machen. Manchmal kann es vorkommen, dass Honig zum Süßen oder Gelatine zum Eindicken verwendet wird. Das lässt sich aber anhand der Zutantenliste ziemlich leicht herausfinden.

Honig

Honig ist ein von Tieren hergestelltes Erzeugnis und daher nicht vegan. Für den Fall, dass du aus diesem oder einem anderen Grund auf den Verzehr von Honig verzichten möchtest, stehen dir zahlreiche pflanzliche Alternativen zur Verfügung.

Es gibt eine Menge an Sirups bzw. Dicksäften. Ahorn- und Reissirup, Apfel- und Agavendicksaft sollen hier nur als Beispiele genannt werden. Eine vollständigere Liste würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Diese Produkte gibt es mittlerweile in jedem Supermarkt.

Ein Produkt bzw. Hersteller soll an dieser Stelle besonders hervorgehoben werden. Vegablum – „Die fleißigen Blümchen“ produzieren vegane Honigalternativen und nennen diese Wonig. Wonig gibt es in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Aber insbesondere die Blütenvarianten, allen voran Löwenzahn, schmecken traumhaft.

Nutella

Leider ist der beliebte Nuss-Nougataufstrich nicht vegan. Das ist aber noch lange kein Grund zum Verzweifeln. Inzwischen gibt es leckere Alternativen, die dem Original in nichts nachstehen. Lange Zeit war sogar die unter Eigenmarke angebotene Nougat-Creme einer großen österreichischen Supermarktkette zufällig vegan. Leider wurde inzwischen die Rezeptur geändert.

Insgesamt sind Supermärkte im Bereich vegane Nougat-Creme bescheiden sortiert. Ein Abstecher ins Reformhaus lohnt sich auf jeden Fall.

Fleischaufstriche

In unseren Breiten haben Aufstriche auf Fleischbasis Tradition. Leberpastete, Streichwurst und Fleischschmalz sind fest in unserer Gesellschaft verankert.

Fleischaufstriche sind eine Spielwiese für vegane Rezepterfinder. Zwiebelschmalz auf Basis von Haferflocken ist genauso köstlich wie auf Mandelbasis. Leberpastete aus Linsen funktioniert prima. Am Ende des Tages geht es um Textur und Geschmack.

Bei Aufstrichen ist die Fleischtextur – durch die Verarbeitung – kaum mehr vorhanden. Es ist ein Leichtes, diese mit Getreide, Nüssen oder Gemüse nachzuahmen. Der Geschmack beruht, bei Fleisch- wie bei Pflanzenaufstrichen, primär auf Fett und Gewürzen. Ob das Fett nun tierischer oder pflanzlicher Herkunft ist, spielt für das Endergebnis eine untergeordnete Rolle.

Thunfischaufstrich

Ein weiterer Klassiker aus der hiesigen Küche ist der Thunfischaufstrich. Ich weiß, es wird schön langsam langweilig, aber auch hier gibt es Alternativen, die sich bescheidener Tricks bedienen. Quintessenz ist die Verwendung von Noriblättern oder anderer Algen. Noriblätter kennen wir alle als Hülle von Maki-Sushi. In einem Aufstrich verarbeitet, geben sie diesem eine deutliche Fischnote.

Eieraufstrich

Kala Namak sei dank, dass wir nicht auf Eieraufstrich verzichten müssen. Was ist Kala Namak? Nein, das ist keine orientalische Gottheit. Dabei handelt es sich um ein indisches Gewürzsalz mit einem markanten schwefeligen Geruch bzw. Geschmack. Kurz gefasst es schmeckt wie gesalzenes Osterei.

Zerdrückt man eine reife Avocado und gibt etwas Kala Namak darüber, zaubert man im Handumdrehen ein grünes Eierbrot.

Frischkäse

Die kulinarische Seite von New York ist mir vor allem in Form von Bagel mit Frischkäse in Erinnerung geblieben. Zum Glück gibt es auch hier entsprechende Produkte und wir können weiterhin in Urlaubserinnerungen schwelgen.

Ich persönlich mag die Produkte von Simply V. Diese gibts in größeren Supermärkten in den Sorten Natur, Kräuter und Paprika.

Weitere pikante Aufstriche

Guacamole stammt aus der mexikanischen Küche und wird aus Avocados zubereitet. Eigentlich handelt es sich dabei um einen Dip, der aber auch auf Brot eine gute Figur macht. Die Zubereitung ist denkbar einfach. Das Fruchtfleisch von reifen Avocados wird zerdrückt und mit Zitronensaft, Korianderkraut und Salz angerührt. Je nach Rezept werden noch Zwiebeln, Pfeffer und Chilis verwendet.

Hummus ist eine orientalische Spezialität. Übersetzt bedeutet Hummus Kichererbse und daraus wird dieser vielfältig einsetzbare Aufstrich auch hergestellt. Die gekochten Kichererbsen werden mit Tahin, Zitronensaft, Gewürzen und Olivenöl zu einer Paste verarbeitet.

Aus Hummus lässt sich auch ganz einfach ein Salatdressing herstellen. Einfach den Hummus mit Wasser, Zitrone, Salz und Pfeffer auf die gewünschte Konsistenz bringen und dem Salat beigeben.

The Bottom Line

Zeige mir, was du auf dein Brot schmierst und ich sage dir, welche Alternative ich parat habe. Wie der vorstehende Artikel zeigt, gibt es Alternativen wie Sand am Meer. Und wenn du keine Lust hast, Brotaufstriche selbst herzustellen, eine große Auswahl an pflanzlichen Brotaufstrichen findet sich in jedem Supermarkt.

Bleibt eigentlich nur noch eine Frage zu klären. Was schmierst du dir auf dein Brot? Ich freue mich über deinen Kommentar.

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